
Im Berliner Abgeordnetenhaus hat der Untersuchungsausschuss zur Vergabe von Fördermitteln für Projekte gegen Antisemitismus seine Arbeit aufgenommen. Der Ausschuss wurde auf Antrag von Grünen und Linken eingesetzt, die Vorwürfe gegen den früheren Kultursenator Joe Chialo (CDU) und seine Nachfolgerin Sarah Wedl-Wilson (parteilos) erheben. Ihnen wird vorgeworfen, Fördermittel nach unklaren Kriterien und auf Druck aus der CDU-Fraktion vergeben zu haben.
Bei Linken und Grünen hat sich nach ersten Zeugenvernehmungen der Verdacht auf eine unzulässige politische Einflussnahme erhärtet. Die Ausschussvorsitzende Manuela Schmidt (Linke) erklärte bei einer ersten Zwischenbilanz, dass bereits die Vernehmung der ersten Zeugen deutlich gemacht habe, dass es einen unbotmäßigen Eingriff in Entscheidungsprozesse der Kulturverwaltung gegeben habe. Daniel Wesener von den Grünen ergänzte, die von seiner Fraktion bereits im Herbst erhobenen Vorwürfe hätten sich vollständig bestätigt.
Die CDU sieht die Vorwürfe hingegen anders. Der CDU-Abgeordnete Stephan Lenz betonte, ein bewusster Rechtsbruch könne nicht unterstellt werden. Er wies darauf hin, dass das Ausüben von Druck durch die Politik vom Grundsatz her deren Aufgabe sei. Wenn ein Parlament Geld zur Verfügung stelle, habe es ein Interesse daran, dass es für den festgesetzten Zweck verwendet werde.
Der Untersuchungsausschuss plant nun, weitere Zeugen aus der Kulturverwaltung zu vernehmen. Nach dem Auftakt der Befragungen sollen diesmal die Vorgesetzten der bisherigen Befragten im Abgeordnetenhaus vernommen werden. Ob tatsächlich ein Rechtsbruch vorliegt, muss nach Angaben der Ausschussvorsitzenden noch geklärt werden. Die Untersuchung konzentriert sich auf die Frage, ob bei der Vergabe der Fördergelder für Antisemitismus-Projekte zu viel politischer Druck ausgeübt wurde.

Die Basler AG hat 2025 ein kräftiges Wachstum und eine deutliche Wende bei der Profitabilität erzielt. Der Hersteller von Bildverarbeitungskomponenten für Computer-Vision-Anwendungen steigerte seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 22 Prozent auf 224,5 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) drehte von einem bereinigten Minus von 12,6 Millionen Euro im Jahr 2024 auf 16,2 Millionen Euro, was einer EBT-Marge von 7,2 Prozent entspricht. Nach Unternehmensangaben lagen Umsatz und Ertragskennziffern am oberen Ende der im Jahresverlauf zweimal angehobenen Prognosespanne.
Auch auf der Nachfrageseite setzte Basler ein deutliches Ausrufezeichen: Der Auftragseingang kletterte 2025 um 23 Prozent auf 237,1 Millionen Euro und legte damit stärker zu als der Umsatz. Das Unternehmen wuchs damit nach eigener Darstellung deutlich schneller als der Gesamtmarkt. Wesentliche Treiber waren größere Kundenprojekte in China und den USA, vor allem in den Anwendungsfeldern Logistik, KI‑Hardwareproduktion und Batterieproduktion. Im zweiten Halbjahr kam zusätzlich Rückenwind aus Europa hinzu, wo Basler von einer Belebung des Geschäfts in einem breiten Spektrum von Anwendungen profitierte.
Die Kosten- und Ertragsstruktur des Konzerns verbesserte sich im Zuge des Aufschwungs spürbar. Das EBITDA sprang auf 34,9 Millionen Euro nach 9,3 Millionen Euro im Vorjahr, das EBIT auf 17,7 Millionen Euro nach einem bereinigten Minus von 10,1 Millionen Euro. Der Jahresüberschuss erreichte 11,6 Millionen Euro nach einem angepassten Fehlbetrag von 14,2 Millionen Euro im Jahr 2024. Neben dem höheren Umsatzvolumen trugen eine verbesserte Rohertragsmarge sowie die in den Vorjahren umgesetzten Restrukturierungsmaßnahmen zur Ergebniswende bei, die die Personalkostenbasis nachhaltig senkten.
Auch die Barmittelgenerierung zog deutlich an: Der freie Cashflow lag 2025 bei 18,5 Millionen Euro, nach 2,6 Millionen Euro im Jahr zuvor. Die Unternehmensführung verweist darauf, dass die positive Geschäftsdynamik im Laufe des Jahres 2025 stetig zunahm und sich in den ersten Wochen des neuen Geschäftsjahres fortgesetzt hat. Detaillierte und testierte Zahlen will Basler im Rahmen des endgültigen Jahresabschlusses vorlegen; die jetzt veröffentlichten Werte sind als vorläufig einzustufen.