Genf signalisiert Aufschwung: WTO erwartet fast vier Prozent Plus im Warenhandel

08.10.2026


Der Welthandel zeigt sich 2026 widerstandsfähiger als viele Ökonomen zu Jahresbeginn erwartet hatten. Die Welthandelsorganisation (WTO) in Genf hat ihre Prognose für das Wachstum im Warenhandel deutlich nach oben revidiert – von bislang 1,9 Prozent auf nun 3,9 Prozent. Im kommenden Jahr rechnet die Organisation mit einem weiteren Anstieg um 4,1 Prozent, nach einem Plus von 4,6 Prozent im Vorjahr. Angesichts zahlreicher geopolitischer Spannungen und Lieferkettenstörungen wertet die WTO die neue Prognose als Signal für eine robuste Anpassungsfähigkeit des globalen Handelssystems.

Treiber des unerwartet starken Wachstums ist nach WTO-Angaben vor allem der weltweite Investitionsschub in künstliche Intelligenz. Die hohe Nachfrage nach Halbleitern, Rechenzentren und digitaler Infrastruktur habe im ersten Halbjahr 2026 einen Großteil des Zuwachses im Warenhandel erklärt. Vor allem Komponenten für Hochleistungsrechner sowie Ausrüstung für den Ausbau von Datenzentren und Netzen sorgten in diesem Segment für Dynamik. Damit verschiebt sich das Gewicht im Welthandel weiter in Richtung technologiegetriebener Güter.

Gleichzeitig wirkt das Jahr 2026 auf den Energie- und Rohstoffmärkten wie ein Stresstest für die globalen Lieferketten. Die zeitweise Sperrung der strategisch wichtigen Straße von Hormus im Zuge des Nahostkonflikts belastete insbesondere den Handel mit Rohöl, Flüssigerdgas (LNG) und Düngemitteln. Nach WTO-Daten gingen die Rohölexporte aus dem Nahen Osten in der ersten Jahreshälfte um rund 24 Prozent zurück, die LNG-Ausfuhren sanken sogar um 47 Prozent. Dennoch begrenzten alternative Anbieter und Umleitungen über andere Häfen den globalen Einbruch: Weltweit reduzierten sich die Rohölexporte im gleichen Zeitraum nur um etwa sechs Prozent, bei LNG lag das Minus bei rund einem Prozent.

Auch der Markt für stickstoffhaltige Düngemittel zeigte sich anpassungsfähig. Die weltweiten Importe lagen der WTO zufolge lediglich 2,8 Prozent unter den jüngsten Durchschnittswerten. Umleitungen von Lieferströmen sowie der verstärkte Einsatz alternativer Bezugsquellen hätten dazu beigetragen, stärkere Verwerfungen zu verhindern, heißt es aus Genf. WTO-Generaldirektorin Ngozi Okonjo-Iweala sieht in den aktuellen Zahlen einen Beleg dafür, dass Unternehmen und Staaten seit den Schocks der vergangenen Jahre ihre Beschaffungsstrategien breiter aufgestellt haben und Lieferketten dadurch weniger anfällig reagieren.

Die jüngste Prognoseanhebung unterstreicht vor allem den fortschreitenden Strukturwandel im Welthandel: Während traditionelle Energierohstoffe unter Druck stehen, stabilisieren technologieintensive Güter die globale Handelsbilanz. Die WTO verweist zugleich darauf, dass die positive Dynamik stark von anhaltend hohen Investitionen in digitale Infrastruktur und KI abhängt – und damit von einem Umfeld, in dem Unternehmen trotz geopolitischer Unsicherheiten bereit sind, weiter in Zukunftstechnologien zu investieren.

Mutmassliche Brandstiftung in Baar: Sachschaden von mehreren hunderttausend Franken

08.10.2026


Nach dem nächtlichen Grossbrand an der Ruessenstrasse in Baar im Kanton Zug gehen die Strafuntersuchungsbehörden von vorsätzlicher Brandlegung aus. Mehrere Fahrzeuge waren am späten Abend des 28. September in Flammen aufgegangen und vollständig ausgebrannt. Die Ermittler stufen Brandstiftung als wahrscheinlichste Ursache ein, wie sie am Donnerstag über die Plattform X mitteilten.

Als die Feuerwehr kurz nach 22 Uhr am Einsatzort eintraf, standen bereits mehrere Autos in Vollbrand. Die Flammen hatten zu diesem Zeitpunkt schon auf ein angrenzendes Geschäftsgebäude übergegriffen. Durch einen raschen und koordinierten Löscheinsatz gelang es den Einsatzkräften, das Feuer unter Kontrolle zu bringen und eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Trotzdem entstand ein Sachschaden in der Höhe von mehreren hunderttausend Franken.

Bei den Löscharbeiten wurde ein Feuerwehrmann aus Baar leicht verletzt. Er hatte gemeinsam mit seinen Kollegen versucht, sowohl die brennenden Fahrzeuge als auch das betroffene Geschäftsgebäude zu sichern. Die Feuerwehr konnte Schlimmeres verhindern, doch mehrere Fahrzeuge wurden zerstört und Teile des Gebäudes erheblich beschädigt.

Die Kantonspolizei Zug hat in der Zwischenzeit Ermittlungen zur Täterschaft aufgenommen und wendet sich mit einem Zeugenaufruf an die Öffentlichkeit. Personen, die vor, während oder nach dem Brand im Gebiet rund um die Ruessenstrasse verdächtige Beobachtungen gemacht haben, werden gebeten, sich bei der Polizei zu melden. Hinweise nimmt die Zuger Polizei unter der Telefonnummer 041 595 41 41 entgegen.