
Der Schweizer Flugzeugbauer Pilatus hat einen bedeutenden Militärauftrag aus Indonesien an Land gezogen. Das Verteidigungsministerium des südostasiatischen Inselstaats bestellt insgesamt zwölf PC-24-Jets für die Luftwaffe, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Vertragspartner auf indonesischer Seite ist der Rüstungsspezialist PT E-System Solutions Indonesia. Finanzielle Details zum Volumen des Geschäfts wurden nicht veröffentlicht.
Die PC-24-Flotte soll bei der indonesischen Luftwaffe vor allem der Ausbildung von Transportpiloten dienen und zugleich für Lufttransport- sowie Verbindungsmissionen eingesetzt werden. Im Lieferumfang enthalten sind bodengestützte Ausbildungsanlagen, Ersatzteile, Bodenausrüstung sowie technische Unterstützung, um einen effizienten Betrieb und Unterhalt der Jets sicherzustellen. Der Vertrag umfasst zudem Optionen für weitere Flugzeuge.
Technisch setzt Indonesien auf die speziellen Eigenschaften des als "Super Versatile Jet" vermarkteten PC-24. Das Flugzeug ist für den Einpilotenbetrieb zertifiziert, verfügt über eine Standardfrachttür und kann auf unbefestigten Pisten starten und landen. Diese Flexibilität gilt als zentraler Faktor für den Einsatz in dem aus mehr als 17'000 Inseln bestehenden Staat, in dem viele Regionen nur über kurze oder improvisierte Landebahnen erreichbar sind.
Parallel zur Bestellung der PC-24 unterzeichneten Pilatus und die indonesische Seite eine Absichtserklärung über die mögliche Lieferung von 24 PC-21-Trainingsflugzeugen. Auch dieses potenzielle Paket würde Ausbildungsinfrastruktur am Boden, Ersatzteile, Bodenausrüstung und technischen Support umfassen. Für Pilatus markiert der jetzt vereinbarte PC-24-Auftrag einen wichtigen Schritt beim Ausbau der Präsenz in Südostasien. Unternehmenschef Markus Bucher sprach in diesem Zusammenhang von einem Vertrauensbeweis und kündigte an, die reibungslose Einführung der neuen Flotte in Indonesien zur obersten Priorität zu machen.

Steigende Mieten bringen immer mehr Schweizer Haushalte in finanzielle Schwierigkeiten. Laut einer neuen Befragung des Mieterinnen- und Mieterverbands Schweiz (MVS) in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut Sotomo geben fast 40 Prozent der 34'441 Teilnehmenden mehr als 30 Prozent ihres Haushaltseinkommens für die Miete aus. Das liegt über den Empfehlungen des Dachverbands Budgetberatung Schweiz und gilt nach Einschätzung des Verbands für viele als Armutsrisiko. Besonders stark belastet ist eine Minderheit: Rund jede zwanzigste befragte Person wendet sogar mehr als die Hälfte des Einkommens für Wohnkosten auf.
Die Umfrage zeigt, dass die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt inzwischen praktisch flächendeckend ist. Ob in städtischen oder ländlichen Gebieten, in der Deutschschweiz, der Romandie oder im Tessin – die hohe Mietbelastung zieht sich gemäss MVS durch alle Raum- und Sprachregionen. Auch bei der Wohnungssuche zeigt sich ein ähnliches Bild: Zwar sind drei Viertel der Befragten derzeit nicht aktiv auf der Suche, doch mehr als zwei Drittel stuften ihre letzte Wohnungssuche als schwierig ein. Am problematischsten ist die Lage den Angaben zufolge in den Kantonen Genf und Tessin.
Neben der finanziellen Belastung tritt ein zweites Muster deutlich hervor: das angespannte Verhältnis zwischen Mietenden und Vermieterschaft. Rund 70 Prozent der Befragten berichten von Problemen mit ihrem Vermieter oder ihrer Vermieterin. Am häufigsten genannt werden Schwierigkeiten bei Reparaturen, Unterhalt, der Behebung von Mängeln sowie bei Nebenkostenabrechnungen. Dennoch verzichten viele darauf, ihre Rechte wahrzunehmen. Laut Verband haben nur etwa fünf Prozent der Befragten jemals ihren Anfangsmietzins angefochten, obwohl drei Viertel der Anfechtungen ganz oder teilweise erfolgreich endeten. Auch Mietzinssenkungen nach der Senkung des Referenzzinssatzes im vergangenen September wurden von einem grossen Teil nicht eingefordert.
Ein zentraler Grund für die Zurückhaltung ist die Angst vor negativen Konsequenzen. Knapp ein Viertel der Teilnehmenden gab an, sich vor einer Kündigung durch die Vermieterschaft in den nächsten zwei Jahren zu fürchten, am häufigsten im Zusammenhang mit Sanierungen von Liegenschaften. Viele Mietende scheuen deshalb den Konflikt, obwohl laut Umfrage nur ein Drittel der Befragten angibt, gar keine Probleme mit der Vermieterschaft zu haben. Die Resultate des Miet-Barometers zeichnen damit ein Bild eines Marktes, in dem hohe Kosten, knappe Verfügbarkeit und Unsicherheit über die eigene Wohnsituation zunehmend zur Belastung für breite Teile der Bevölkerung werden.