
Österreichs Städtetourismus hat 2025 kräftig zugelegt und sich einmal mehr als wichtiger Wachstumsmotor für den Gesamttourismus erwiesen. In den neun Hauptstädten wurden im vergangenen Jahr 29,1 Millionen Nächtigungen gezählt, ein Plus von 6 Prozent gegenüber 2024. Damit entfällt rund ein Fünftel beziehungsweise 18 Prozent des gesamten Tourismusvolumens des Landes auf Wien und die acht Landeshauptstädte. Die Zahl der Ankünfte in den Städten stieg um 5 Prozent auf knapp 13,55 Millionen.
Wien behauptete seine dominante Rolle klar: Mit knapp 20,1 Millionen Übernachtungen verbuchte die Bundeshauptstadt ein Nächtigungsplus von 7 Prozent und kommt damit auf rund zwei Drittel aller Hauptstadt-Nächtigungen. Deutlich dahinter folgen Salzburg mit 3,3 Millionen Nächtigungen (plus 5 Prozent) und Innsbruck mit knapp 2 Millionen (plus 4 Prozent). Graz erreichte 1,5 Millionen Übernachtungen (plus 5 Prozent), Linz gut 1 Million (plus 1 Prozent). In der zweiten Reihe der Städtedestinationen legten Klagenfurt (514.501 Nächtigungen, plus 3 Prozent), Bregenz (386.669, plus 1 Prozent) und St. Pölten (238.336, plus 3 Prozent) zu. Schlusslicht bleibt Eisenstadt mit 69.902 Nächtigungen, verzeichnet aber mit 11 Prozent den stärksten relativen Zuwachs.
Insgesamt wurden im österreichischen Tourismus 2025 rund 157,3 Millionen Nächtigungen registriert, ein Zuwachs von 2 Prozent im Jahresabstand. Ohne die Städte hätte das Plus laut WienTourismus lediglich 1 Prozent betragen. Der starke Beitrag der urbanen Zentren zeigt sich damit nicht nur in absoluten Zahlen, sondern auch im überdurchschnittlichen Wachstum gegenüber dem Bundesdurchschnitt. WienTourismus-Geschäftsführer Norbert Kettner, zugleich Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Städtetourismus (ARGE Städte), spricht von einem „zentralen Wachstumstreiber“ des österreichischen Gesamttourismus.
Der Städtetourismus ist stark von Kunst und Kultur geprägt und gilt als Ganzjahresprodukt. Laut Kettner sorgt er für standortgebundene Arbeitsplätze und wirkt über Spillover-Effekte in andere Branchen hinein, etwa in den Handel. Weil die Nachfrage sich nicht auf einzelne Saisonen konzentriert, entstehen Ganzjahresjobs – ein Argument, das vor dem Hintergrund des Arbeitskräftemangels in der Branche zunehmend an Gewicht gewinnt. Die aktuellen Kennzahlen unterstreichen damit die Rolle der Städte als wirtschaftliche Stütze weit über Hotellerie und Gastronomie hinaus.

Beim Basler Biotech-Unternehmen Idorsia kommt es zu einem erneuten Bruch an der Spitze: CEO Srishti Gupta tritt nach nicht einmal einem Jahr im Amt mit sofortiger Wirkung zurück und scheidet zugleich aus dem Verwaltungsrat aus. Es ist der zweite Führungswechsel an der Unternehmensspitze innerhalb von gut neun Monaten. Gupta, die Ehefrau des Novartis-CEO Vas Narasimhan und seit 2021 Verwaltungsrätin bei Idorsia, hatte die Leitung des Unternehmens erst im vergangenen Juli übernommen, nachdem ihr Vorgänger André C. Muller überraschend abgesetzt worden war.
Die Mitteilung vom Montag spricht von einer einvernehmlichen Entscheidung zwischen Gupta und dem Verwaltungsrat, konkrete Gründe für den Abgang werden jedoch nicht genannt. In einer kurzen Stellungnahme betonte Gupta, es sei ihr eine grosse Ehre gewesen, Idorsia in einer wichtigen Phase zu führen, und sie sei stolz auf das gemeinsam Erreichte. Unter ihrer Führung konnte das Unternehmen unter anderem die Umsatzentwicklung mit dem Schlafmittel Quviviq ankurbeln, die Produktpipeline straffen und den Fokus auf aussichtsreiche Entwicklungsprojekte legen. Ihren erklärten Anspruch, Idorsia nach einer Serie von Rückschlägen dauerhaft auf Erfolgskurs zu bringen und als eigenständiges Unternehmen zu erhalten, konnte sie allerdings nur begrenzt einlösen.
Die Finanzmärkte reagierten prompt und empfindlich auf die Nachricht: In einer ersten Reaktion rutschte die Idorsia-Aktie um rund 20 Prozent auf deutlich unter 3 Franken ab. Für viele Anleger galt Gupta als Hoffnungsträgerin mit hoher Reputation, sowohl öffentlich als auch am Kapitalmarkt. Ein nicht namentlich genannter Investor, der mit erheblichem Kapitaleinsatz engagiert ist, äusserte gegenüber der Börsen-Zeitung die Einschätzung, Gupta habe die Erwartungen nicht erfüllt. Insbesondere sei es Idorsia bislang nicht gelungen, den Blutdrucksenker Tryvio (Aprocitentan), der als innovativ und besonders wirkungsvoll gilt, in einer Weise zu positionieren, die das Potenzial für das Unternehmen umfassend erschliesse.
Interimsweise übernimmt nun erneut Unternehmensgründer und Verwaltungsratspräsident Jean-Paul Clozel das operative Zepter. Clozel, der Idorsia gemeinsam mit seiner Ehefrau und Forschungschefin Martine aufgebaut hat und mit ihr zusammen über einen Aktienanteil von mehr als 20 Prozent verfügt, hatte das CEO-Amt vor zwei Jahren aus gesundheitlichen Gründen abgegeben. Er dankte Gupta für ihre "bedeutenden Beiträge" in einer entscheidenden Phase der Unternehmensentwicklung und hob ihr Engagement für die Mission von Idorsia hervor. Der Verwaltungsrat hat die Suche nach einer neuen Unternehmensspitze eingeleitet und will der Generalversammlung am 6. Mai unabhängige Kandidaten zur Wahl in den Verwaltungsrat vorschlagen. Bis dahin steht Idorsia vor der doppelten Herausforderung, das Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen und die strategische Ausrichtung unter veränderter Führung zu präzisieren.